Wie aktive ETFs Anlagen in Hochzinsanleihen optimieren können
Wie aktive ETFs Anlagen in Hochzinsanleihen optimieren können
Wie aktive ETFs Anlagen in Hochzinsanleihen optimieren können
Anleger, die mit Hochzinsanleihen höhere laufende Erträge erzielen möchten, erhalten mit aktiven ETFs ein liquides, transparentes und markteffizientes Vehikel. Durch die Intraday-Preisstellung werden außerdem die aktuellen Marktbedingungen widergespiegelt. Daher bieten aktiv verwaltete ETFs möglicherweise eine präzisere Preisbildung als klassische Investmentfonds, die nur einmal täglich zum Börsenschluss bewertet werden.
Chancen im Hochzinssegment
Das Universum der Hochzinsanleihen hat nach der anfänglichen Unsicherheit rund um den „Liberation Day“ im April eine starke Performance erzielt. Der US-High-Yield-Markt beispielsweise legte im September bereits den fünften Monat in Folge zu. Gleichzeitig fiel die effektive Rendite des ICE BofA Euro High Yield Index Mitte September 2025 auf unter fünf Prozent – von 6,3 % nach den ersten Zollankündigungen Anfang April. Auch die Spreads befinden sich sowohl bei Hochzins- als auch bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen auf dem engsten Niveau seit Jahren.
Trotz mancher Sorge über enge Spreads sind wir der Ansicht, dass die Anlageklasse weiterhin attraktives Ertrags- und Alpha-Potenzial bieten kann. Zum einen weisen Emittenten trotz des unsicheren Umfelds noch solide Fundamentaldaten auf. Viele Unternehmen arbeiten auch daran, ihre Bilanzen durch Ausgabendisziplin zu stärken. In Q1 2025 fielen die Investitionsausgaben von High-Yield-Unternehmen im Vorjahresvergleich bereits das sechste Quartal in Folge.1
In unseren Augen lässt sich der Anstieg der Kreditqualität der vergangenen drei Jahre auf mehrere Faktoren zurückführen:
- Zahlungsausfälle nach der COVID-Pandemie haben die Indexzusammensetzung gestärkt
Die Bonität im High-Yield-Segment hat sich insgesamt verbessert. Der Anstieg der Zahlungsausfälle während und nach der Pandemie führte dazu, dass Emittenten aus den Indizes herausfielen. Dadurch verschoben sich die Indexgewichtungen in Richtung höher bewerteter Titel. So machen Anleihen mit BB-Rating inzwischen über 50 % des US-High-Yield-Marktes aus. Dieser Anteil lag 2011 noch bei unter 40 %.2 - Robusteres Underwriting-Umfeld
Das Umfeld für Underwriting, Finanzierung und Due Diligence ist heute deutlich belastbarer als in früheren Stressphasen. Infolgedessen können die Inhaber von Hochzinsanleihen mögliche Abschwächungen aus unserer Sicht besser abfedern. - Anstieg der M&A-Aktivität hat Zahlungsausfälle eingedämmt
Ein Anstieg der Übernahmeaktivität im Distressed-Bereich hat die Zahl der Zahlungsausfälle reduziert und somit das Angebot an Papieren mit niedrigerem oder gar keinem Rating begrenzt. - Bonitätsschwächere Emittenten weichen zu Private Credit aus
Kleinere Emittenten, die zuvor Hochzinsanleihen begeben haben, nutzen heute eher außerbörsliche Lösungen. Die in High-Yield-Indizes verbleibenden Emittenten weisen daher in der Regel eine höhere Bonität auf, was die fundamentalen Rahmenbedingungen der Anlageklasse als Ganzes stärkt.
Die potenziellen Vorteile eines aktiven High-Yield-Ansatzes
Aus unserer Sicht lassen sich die positiven Rahmenbedingungen für Hochzinsmärkte durch einen aktiven Managementansatz besser nutzen, bei dem die Titelauswahl auf tiefgehendem, gründlichem Research basiert. Aktives Investieren in Hochzinsanleihen kann je nach Risikotoleranz und Anlagezielen vorteilhaft sein. Es bietet Anlegern die Möglichkeit, nach einem maßgeschneiderten Ansatz zu investieren und schneller als passive Indizes auf Marktereignisse zu reagieren.
Aktives Management bedeutet nicht nur, die Gewinner innerhalb der Anlageklasse zu identifizieren. Ebenso zentral ist es, auf Basis fundamentaler Analysen jene Emittenten zu meiden, deren Kreditprofil sich verschlechtern könnte. Passive Indizes vermögen dies naturgemäß nicht zu leisten. Passive Indizes sind häufig anfälliger für Titel, die größere Verluste verursachen können, da höher bewertete Unternehmen mit oftmals höherem Verschuldungsgrad in der Regel stärker gewichtet sind. Dies kann zu einer geringeren Diversifikation führen, was bei Anlageklassen mit höherem Kreditrisiko besonders ins Gewicht fällt.
Aktive Manager hingegen können zusätzliche Renditequellen erschließen, indem sie auch in Titel außerhalb des Index investieren. Die Fähigkeit aktiver High-Yield-Manager, nicht nur die größten Gewinner zu identifizieren, sondern vor allem die größten Verlierer zu vermeiden, ist einer der Gründe für ihre historische Outperformance gegenüber passiven Hochzinsanleihen-ETFs.

Quelle: Goldman Sachs Asset Management, Morningstar. Stand: Juni 2025. Dies stellt nicht die Wertentwicklung eines GS-Produkts dar. Die bisherige Wertentwicklung ist kein Indikator für zukünftige Renditen und bietet keine Garantie im Hinblick auf zukünftige Ergebnisse, die Schwankungen unterworfen sein können. Nur zur Veranschaulichung.
Der Aufstieg aktiver ETFs war eines der heiß diskutierten Themen des Jahres. Besonders deutlich zeigt sich dies bei Anleihen: Weltweit entfallen mittlerweile rund 35 % der ETF-Zuflüsse in dieser Anlageklasse auf aktive Strategien.3 Aus unserer Sicht können Anleger, die aktives Investieren in Hochzinsanleihen mit einem ETF-Produkt kombinieren, auch von mehr Effizienz, Liquidität und Transparenz profitieren. Diese Vorteile werden traditionell nicht mit unter Investment Grade eingestuften Anleihen in Verbindung gebracht.
Wie aktive ETFs High-Yield-Anleger unterstützen können
Im Intraday-Handel spiegeln die Kurse von High-Yield-ETFs neue Marktgleichgewichte von Angebot und Nachfrage kontinuierlich wider. Das heißt, die ETF-Kurse entsprechen den Preisen, zu denen Marktteilnehmer zu handeln bereit sind. Im Gegensatz dazu werden Anteile offener Investmentfonds nur einmal täglich bewertet, meist auf Grundlage von Bewertungen externer Preisdienste. Da lediglich ein Bruchteil der ausstehenden Hochzinsanleihen an einem durchschnittlichen Tag tatsächlich gehandelt wird, spiegeln diese Bewertungen das Marktgeschehen häufig verzögert wider. Dieser Verzögerungseffekt tritt insbesondere in Stressphasen deutlich zutage. Historisch korrelierten die Intraday-Kurse von High-Yield-ETFs am Sekundärmarkt mit späteren Veränderungen des NIW (Nettoinventarwert) oder der Indizes (siehe unten).

Quelle: Goldman Sachs Asset Management, Bloomberg. Stand: 31. August 2025. Dies stellt kein GS-Produkt dar und wird nur zu Schulungszwecken und zur Veranschaulichung gezeigt.

Quelle: Goldman Sachs Asset Management, Bloomberg. Stand: 31. August 2025. Dies stellt kein GS-Produkt dar und wird nur zu Schulungszwecken und zur Veranschaulichung gezeigt. Die bisherige Wertentwicklung ist kein Indikator für zukünftige Renditen und bietet keine Garantie im Hinblick auf zukünftige Ergebnisse, die Schwankungen unterworfen sein können.
Ausgewogenheit in unsicheren Zeiten
Die Mechanismen des ETF-Primärmarkts sind darauf ausgelegt, das Gleichgewicht eines Portfolios auch in Phasen von Marktstress zu wahren. Dieser Aspekt ist besonders im High-Yield-Segment wichtig, in dem Liquidität traditionell knapp ist. ETFs nutzen in der Regel In-Kind-Creation- und Redemption-Prozesse mit autorisierten Marktteilnehmern. Rücknahmen werden durch einen repräsentativen Wertpapierkorb von Portfoliotiteln bedient statt durch Verkäufe am Markt. So bleibt die Portfolioausrichtung weitgehend erhalten ohne übermäßige Konzentration auf weniger liquide Titel. Dies unterstützt eine robustere Positionierung in Hochzinsanleihen durch volatile Marktphasen, wie z. B. in den ersten Monaten der Corona-Pandemie, die extreme Marktvolatilität ausgelöst hat.
Warum die tägliche Offenlegung der Positionen wichtig ist
ETFs bieten durch die tägliche Veröffentlichungspflicht ein hohes Maß an Transparenz. Anleger können Sektor- und Emittentenallokationen sehr detailliert verfolgen. Das ist besonders im High-Yield-Bereich entscheidend, da Zahlungsausfälle typischerweise in bestimmten Branchen gehäuft auftreten. So führte beispielsweise der geldpolitische Kurswechsel zu steigenden Zinsen 2022 zu einer Reihe von Ausfällen in zinssensitiven Sektoren wie Immobilien.
Wie Anleger über aktiv gemanagte ETFs in Hochzinsanleihen investieren können
Nach unserer Einschätzung wird das Wachstum aktiver Anleihen-ETFs anhalten, weil aktives Management in Anleiheportfolien bereits eine dominante Rolle spielt: Rund 70 % des Anleihevermögens von Publikumsfonds und ETFs werden aktiv verwaltet.4 Dieses Wachstum kann den High-Yield-Markt zusätzlich stützen. Die Anlageklasse ist traditionell von aktivem Management geprägt und kann von der Liquidität profitieren, die ETFs bieten. Die potenziellen Vorteile dieses Ansatzes:
- Aktive ETFs ermöglichen es Anlegern, Chancen für risikobereinigte Renditen am High-Yield-Markt zu nutzen, die zuvor zu teuer oder illiquide waren.
- Solide Fundamentaldaten und eine positive Ratingdynamik in einem vorteilhaften makroökonomischen und geldpolitischen Umfeld können Anlegern einen attraktiven Einstiegspunkt in den High-Yield-Markt bieten. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die US-Notenbank ihren Zinssenkungszyklus wieder aufgenommen hat und die Renditen im Laufe des nächsten Jahres voraussichtlich weiter sinken werden. Wir rechnen noch mit vier Zinssenkungen bis Ende 2026.
- Aktives Management ist unserer Ansicht nach zentral, wenn Anleger Hochzinsanleihen über eine ETF-Struktur nutzen möchten. Es ermöglicht Managern, in Stressphasen schneller zu reagieren und das Abwärtsrisiko zu steuern. Außerdem können sie Positionen in nicht im Vergleichsindex vertretenen Titeln eingehen, von denen sie überzeugt sind. Passive Indizes hingegen können eine Übergewichtung riskanterer Emittenten aufweisen und potenzielle Alpha-Chancen verpassen.
1 Quelle: JP Morgan, S&P Capital IQ, Stand: 31. März 2025
2 Quelle: ICE BofA US High Yield Index, Stand 30. September 2025
3 Quelle: Bloomberg. Stand: 26. September 2025.
4 Quelle: Morningstar
